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Was ist eigentlich Osteopathie? Kleiner Einblick in die Geschichte

Der amerikanische Arzt Andrew Taylor Still entwickelte die Osteopathie Ende des 19. Jahrhunderts, sie ist somit schon über 100 Jahre alt. Still vertrat damals ein völlig neues Verständnis der Medizin, das nicht auf Symptombekämpfung, sondern auf Beseitigung der Ursachen zielte. 1892 gründete er in Kirksville, Missouri, die American School of Osteopathy (heute das Kirksville College of Osteopathic Medicine), in der er sein Wissen an seine Schüler weitergab.


die 4 grundlegenden Annahmen der Osteopathie, auf denen sich jegliches Behandlungskonzept begründet, sind:

  1. Der Körper ist eine Funktionseinheit. Das heißt, Funktionen im Körper beeinflussen sich gegenseitig, eine Verletzung eines Körperteils wirkt sich als Kettenreaktion erst auf die benachbarten Stellen, dann auf den restlichen Körper aus. Beispielsweise müssen Schmerzen im Knie nicht unbedingt von diesem verursacht werden.

  2. Die Rolle der Arterie ist absolut. Damit die Versorgung des Körpers mit allen wichtigen Nährstoffen gewährleistet ist, muss das Blut ungehindert zu- und abfließen können. Das betrifft natürlich nicht nur die Arterien, im weiteren Sinne sind hier alle Gefäße gemeint, die Körperflüssigkeiten in und aus dem Gewebe transportieren, d.h. Arterien, Venen und Lymphgefäße, auch die Funktion der Nerven spielt eine Rolle.

  3. Struktur und Funktion beeinflussen sich gegenseitig. Knochen, Muskeln, Bindegewebe, Nerven müssen frei beweglich sein, um ihre Funktion uneingeschränkt ausüben zu können. Andersherum gilt: Wenn die Funktion beeinträchtigt ist, verändert sich auch die Struktur. Beispiel: Durch lange Ruhigstellung wird die Beweglichkeit eingeschränkt, die Muskulatur verkürzt sich, die Blutversorgung in diesem Gebiet ist reduziert.

  4. Der Körper besitzt die Fähigkeit zur Autoregulation. Der Körper verfügt über alle Voraussetzungen, sich selbst heilen zu können, wenn o.g. Voraussetzungen erfüllt sind. Manchmal braucht es nur eine kleine Hilfestellung von außen. Der Therapeut "heilt" den Patienten nicht, er hilft dem Körper, dies selbst zu tun.

Aus Stills ursprünglichem Behandlungskonzept entwickelten sich nach und nach die 3 Säulen der Osteopathie, für die u.a. dessen Schüler verantwortlich sind:

  • die parietale Osteopathie: konzentriert sich auf die Behandlung des Skeletts, der Muskeln, Gelenke und des Bindegewebes.

  • die craniosacrale Osteopathie: wird oft als eigenständige Behandlungsmethode angeboten, begründet wurde sie von Stills Schüler William Sutherland (1873–1954), der sich intensiv mit der Zirkulation der Gehirnflüssigkeiten sowie mit der Bewegung der Schädelknochen befasste.

  • die viscerale Osteopathie: Ist am jüngsten, wurde erst vor ca. 40 Jahren von Pierre Barral entwickelt, einem Franzosen, der sich intensiv mit der Behandlung der Organe beschäftigte.

Die Osteopathie entwickelt sich auch heute noch stetig weiter, die Grundlagen gelten aber unverändert und sollten bei jeder Behandlung miteinbezogen werden.

Wichtig ist, die neu gewonnene Funktion auch zu nutzen und weiter zu verbessern. Denn:


"Leben ist Bewegung und ohne Bewegung findet Leben nicht statt" (Moshe Feldenkrais)


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